Wirtschaftliche Entwicklung in der Kälte- und Wärmepumpentechnik

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Kältetechnik kommt in nahezu allen Wirtschaftsbereichen zum Einsatz, insbesondere in der Klimatisierung, der Nahrungsmittel- und chemischen Industrie, im Lebensmittelhandel und im Gewerbe. Die deutschen Unternehmen überzeugen durch hohe technologische Kompetenz und Innovationskraft. Insbesondere werden Entwicklungen im Hinblick auf Energieeffizienz und Klimaschutz mit Hochdruck vorangetrieben.

Kältetechnik kommt in nahezu allen Wirtschaftsbereichen zum Einsatz, insbesondere in der Klimatisierung,

der Nahrungsmittel- und chemischen Industrie, im Lebensmittelhandel und im Gewerbe.

Die Vielfalt der Abnehmer wird markiert durch Anwendungen, u. a. für Medizintechnik, Kühlhäuser, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Windkanäle und Tiefsttemperatur-Erzeugung.

Stark wachsende Spezialgebiete in den letzten Jahren sind die Wärmepumpentechnik und die Luft- und Gasverflüssigung. Auch in einer Vielzahl von Teilbranchen des Maschinenbaus (z. B. Werkzeugmaschinen, Lasertechnik sowie Kunststoff- und Gummimaschinen) ist Kältetechnik unverzichtbar. Die deutschen Unternehmen

überzeugen durch hohe technologische Kompetenz und Innovationskraft. Insbesondere werden Entwicklungen im Hinblick auf Energieeffizienz und Klimaschutz mit Hochdruck vorangetrieben.

Das maschinenbaurelevante Produktionsvolumen der Kälte- und Wärmepumpentechnik erreichte im Jahr 2016 voraussichtlich ein Plus von 24% und damit ein Volumen von über 3,8 Mrd. Euro. Ohne das Segment der Luft- und

Gasverflüssigung, das aufgrund großer Einzelprojekte extremen Schwankungen unterliegt, stieg die Produktion 2016 allerdings um gut 3%, nach einem Wachstum von fast 5% im Jahr 2015.

Daneben sind noch Leistungen von über 1,2 Mrd. Euro für 2016 aus den Bereichen Installation und Instandhaltung für kälte- und lufttechnische Erzeugnisse zu nennen.

Neben diesen maschinenbaurelevanten Bereichen sind u. a. das Handwerk, die Fahrzeugklimatisierung und die Haushaltskälte wichtige Wirtschaftsfelder der Kältetechnik.

Außenhandel

Nachdem im Jahr 2015 die kältetechnischen Exporte kräftig um 10% auf 2,3 Mrd. Euro zulegten, verzeichnete die deutsche Kältetechnik 2016 einen Rückgang der Ausfuhren um 7%. Allerdings ist ein Sondereffekt (Indien) im Jahr 2015 zu berücksichtigen, ohne diesen sind die Ausfuhren lediglich um 1% rückläufig.

Die Ausfuhren in die EU als wichtigste Absatzregion gingen 2016 nur moderat um 2% zurück.

Deutliche Zuwächse verzeichneten die Exporte u. a. nach Finnland, Ungarn, Niederlande, Österreich und Frankreich. Rückläufig waren dagegen 2016 die deutschen Lieferungen nach Tschechien, Spanien, Belgien und Italien.

Ein Exportrückgang von 5% war 2016 mit den sonstigen europäischen Ländern zu verzeichnen.

Dazu trugen vor allem hohe Abschläge im Geschäft mit Russland und der Türkei bei. Dagegen stieg die Nachfrage aus dem wichtigen schweizer Markt geringfügig. Auch die Exporte nach Norwegen legten 2016 zu.

 

Der Export in die asiatischen Märkte fiel 2016 insgesamt um 23% unter das Vorjahresniveau, entwickelte sich dabei aber sehr uneinheitlich. Großprojekte ließen die Exporte 2015 nach Indien sehr stark ansteigen. Ohne diesen Einmaleffekt stiegen die Exporte 2016 nach Asien sogar um etwa 6%.

Während die Nachfrage aus dem Iran, Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten wuchs, brachen dagegen die Lieferungen nach Saudi-Arabien stark ein, sodass die Ausfuhren 2016 in den Nahen und Mittleren Osten insgesamt 2% unter dem Vorjahresniveau lagen.

 

Die Nachfrage aus Ostasien nach Erzeugnissen der Kältetechnik zog 2016 entgegen der Entwicklung in der Allgemeinen Lufttechnik und dem Maschinenbau insgesamt um 13% an. Dazu trugen vor allem die Exporte nach China (+14%) und nach Südkorea (+13%) bei. Die Ausfuhren nach Südostasien erhöhten sich um 10%.

 

Das Exportgeschäft mit Nordamerika verlief auch 2016 mit einem Plus von 6% positiv, nachdem bereits 2015 mit 17% ein kräftiger Anstieg zu verzeichnen war. Jedoch relativieren teilweise Wechselkurseffekte die positive Entwicklung.

Die Lieferungen nach Lateinamerika stiegen aufgrund einer starken Nachfrage aus Brasilien und Argentinien.

Die bedeutendsten Abnehmerländer waren 2016 Frankreich, die Schweiz, die USA, Österreich, China, Großbritannien, die Niederlande und Italien. Rund 53% der gesamten deutschen Ausfuhren wurden mit diesen acht Ländern abgewickelt. Die kältetechnischen Importe kletterten 2016 um 4% auf 2,4 Mrd. Euro. Die deutschen Importe

von Kältetechnik sind im Vergleich zu anderen Maschinenbauteilbranchen relativ hoch und weisen 2016 sogar einen Importüberschuss aus. Rund 70% der Importe kommen aus der EU. Die wichtigsten Lieferländer waren 2016 Frankreich, Japan, Tschechien, Italien und Österreich. Aus diesen fünf Ländern bezieht Deutschland gut die

Hälfte seiner kältetechnischen Importe. Dabei sind die Lieferungen 2016 aus Japan stark zurückgegangen.

Oft befinden sich in diesen Ländern Produktionsstätten von Herstellern, die auch in Deutschland aktiv sind.

Lage und Aussichten

Impulse erhält die Branche verstärkt durch das Thema Energie- und Ressourceneffizienz sowie Klimaschutz. Es ist eine steigende Motivation der Kunden für energetische Anlagenoptimierung zu beobachten. Ebenfalls werden in immer stärkerem Maße Lebenszykluskosten berücksichtigt und gewerkeübergreifende Lösungen gefordert, z. B. Wärmerückgewinnung oder Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung. Hier verfügen die heimischen Unternehmen über eine hohe Systemkompetenz. Zudem wird der Markt durch die F-Gase-Verordnung und die zweite Stufe der ErP-Richtlinie beeinflusst. Mittelfristig sind weitere Investitionen insbesondere in den Schwellen- und Entwicklungsländern in die Kühlkette für Lebensmittel zu erwarten.

Die Bedeutung der Branche wird auch an der Größenordnung des Energiebedarfs von etwa 86 TWh pro Jahr deutlich. Rund 14% des elektrischen Stromverbrauchs in Deutschland entfallen auf kältetechnische Anwendungen (inkl. Haushaltskälte).

Zum Erfolg der Branche in den letzten Jahren trägt ein robustes Auslandsgeschäft wesentlich bei. Die deutschen Unternehmen verfügen im internationalen Wettbewerb über eine große Stärke. Aufgrund von Produktionsstätten vor Ort, zeigt sich dies nicht in vollem Umfang in der deutschen Außenhandelsstatistik. Die Kältetechnik profitiert von globalen Trends, wie dem Bevölkerungswachstum insbesondere in Städten und

dem Ausbau der Kühlkette in der Nahrungsmittelerzeugung und -distribution. Ein Potential ist in verstärkten Instandhaltungs- und Modernisierungsaktivitäten mit dem Ziel einer verbesserten Energie- und Ressourceneffizienz zu sehen.